Lange hab ich überlegt ob ich dass schreiben soll, ob ich euch wissen lassen soll, was bei mir los ist und während ich gerade anfange und spazierend und schreiben (ich schreibe wahnsinnig gerne beim spazieren gehen :)) durch meine Mittagspause gehe, ist ein Teil von mir beschäftigt die Müdigkeit zu unterdrücken.
Aber fangen wir am Anfang an. Es ist jetzt über ein Jahr her, an dem ich auf einmal doppelt gesehen habe. Ich dachte zuerst dass es mit Übermüdung und der Grippe zu tun hat, und habe mir selber das Wochenende Ruhe und Disney verordnet.
Die Grippe ging. Die Doppelbilder blieben. Und nach einem Ärzte Marathon, einem MRT Scan und einem Krankenhausaufenthalt war die Gewissheit da. Ich hab Multiple Sklerose.
Die Krankheit mit den 1000 Gesichtern. Die Krankheit wo das Immunsystem meint das Gehirn ist böse und gehört bestraft*. So werden Nervenzellen und -bahnen angegriffen und auf einmal geht was nimmer richtig. Oder gar nicht mehr.
Ich hab mit der MS wohl Glück im Unglück. Ich habe eine gut therapierbare leichte Form der MS die Episoden auftritt. Es gibt noch andere Formen, die weniger elegant verlaufen.

Wie wirkt sich das auf mich aus?

Ich bin müde, es gibt Tage wie heute, da würde ich am liebsten, ohne einen wirklichen Grund das Heulen anfangen und mich im Bett vergraben um nicht zu den Alltag zu bewältigen, weil der bewältigt mich zu dem Zeitpunkt. Es gibt Tage da bin ich quietsch fidel und blubbere mit Energie und guter Laune über. Meistens und da bin ich sehr froh drüber, funktioniere ich wie jeder andere auch.

Wie wirkt sich das auf andere aus?

Als ich am angefangen hab mit Avonex war ich so voller Energie das ich in der Früh laufen bin, 9h in der Arbeit durchgehalten hab und am Ende des Tages noch für den Tag vorgekocht habe. Mein Umfeld war positiv überrascht und erfreut. Ende September sah es ganz anders aus. Kurz vor meinem 32 Geburtstag hab ich mich ernsthaft gefragt was ich hier noch mache. Ich hab jeden angeschnauzt, bin wegen Kleinigkeiten ausgerastet.
Das MistStück, Avonex und ich haben uns aber inzwischen recht gut eingelebt und mittlerweile komme ich mir wieder wie ich selber vor. Das hat sich auf mein Umfeld ausgewirkt, auf meine Beziehung und auf meine Freundschaften.
Ich hab gelernt mich nicht die ganze Zeit für andere aufzuopfern sondern auch mal Hilfe anzunehmen.

Ein Jahr Schub frei

Mein erster feststellbar Schub ist jetzt ein Jahr her. Seitdem bin ich, über mich hinausgewachsen. Habe gelernt was es heißt mit einer unsichtbaren Krankheit zu leben. Den, die MS siehst man nur im seltensten Fall. Ob das Avonex wirklich was bringt, dass kann ich euch auch noch nicht sagen.

Im großen und ganzen, hört sich das vielleicht schlimmer an als es ist. Aber ich bin noch hier, ich kämpfe noch, und das ist glaub ich das Wichtigste an der ganzen Sache.

Habt ihr Fragen an mich? Immer her damit. 🙂

 

Wer mehr über MS wissen möchte kann sich hier informieren:

DMSG

*Das ist keine medizinische Erklärung, sondern meine eigene.

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